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Gratis Schriften vs. Schriften zum Kauf: Ein Schriften-Battle Royale

Schriften sind wie Kaffeehäferl: Manche stehen schon immer im Schrank, andere gibt’s geschenkt, und wieder andere kosten ein kleines Vermögen. Eins steht jedenfalls fest: Die ausgewählte Schrift ist die Basis deines Designs und macht den entscheidenden Unterschied.

Letzte Aktualisierung: August 2024

Fragt sich nur: Muss ich für die passende Schrift immer bezahlen oder reichen auch Gratis-Fonts? Die nächsten sieben Minuten werfen wir einen Blick auf die Vor- und Nachteile von kostenlosen zu kostenpflichtigen Schriften und nehmen Anbieter:innen wie Google Fonts und Adobe Fonts unter die Lupe. Los geht’s!

Hui oder pfui?

Vorteile von Gratis-Schriften: deshalb sind sie so beliebt

Kostenersparnis

Der Name ist Programm. Wer freut sich nicht, wenn es was gratis gibt? Kostenlose Schriften sind die erste Wahl für knappe Budgets oder Hobbyprojekte.

Zugänglichkeit

Sie sind einfach zu finden und schnell heruntergeladen – einmal in Google nach Schriften gesucht, werden sie dir an jeder Ecke hinterhergeworfen.

Große Auswahl

Plattformen wie DaFont oder Google Fonts bieten eine Vielzahl an Schriften für allerlei Anwendungen und so gut wie jeden Geschmack.

Nachteile von Gratis-Schriften: darauf können wir gern verzichten

Schlechtere Qualität und Professionalität

Ein Sprichwort sagt: Geschenkt ist noch zu teuer. Nicht immer, aber oft sind gratis Schriften weniger gut ausgearbeitet als kostenpflichtige Schriften. Manche funktionieren gar nicht, bei anderen fehlen Glyphen, Open Type Funktionen werden schmerzlich vermisst, … es ist viel Luft nach oben.
Unser Tipp:
Immer gleich vor dem Download prüfen, ob die Schrift Umlaute, Ziffern und Satzzeichen mitbringt.

Lizenzbeschränkungen

Zwar gratis, aber mit Einschränkung. Häufig gilt die kostenlose Lizenz nur für private Nutzung der Schrift. Daher: Lies immer sorgfältig das Kleingedruckte! Wenn es kein Kleingedrucktes gibt, lass (zumindest für kommerzielle Zwecke) die Finger davon.

Weniger Individualität

Wenn du aufmerksam durch die Werbewelt gehst, ist dir sicher schon aufgefallen, dass die Schriftenwelt gefühlt nur aus den immer gleichen 10 Schriften besteht. Amatic SC, Roboto, Open Sans, Calibri und wie sie alle heißen. Mal ehrlich: Uns verlangt es nach mehr Diversität!

Viren, Trojaner und mehr

Achte bei jedem Download gut darauf, wo du Schriften herunterlädst und denk daran Vorsicht walten zu lassen. Mit Downloads von fragwürdigen Seiten kommen schnell mal unerwünschte Nebeneffekte wie Viren oder Trojaner mit auf deinen Computer. Wenn es zu gut ist, um wahr zu sein, lass lieber die Finger davon.

Apropos: Wann hast du das letzte Mal deinen Virenscanner upgedatet?

Top oder Flop?

Vorteile von kostenpflichtigen Schriften: wieso sie unverzichtbar sind

Hohe Qualität

Bei gekauften Schriften namhafter Libraries oder Designer:innen kannst du sicher sein, ein gutes Produkt zu kaufen. Unterstützung mehrerer Sprachen, Ligaturen, Sonderzeichen, exakte Ausarbeitung, perfekt ausgewogenes Kerning – du bekommst alles, was du dir schon immer gewünscht hast. So macht Layouten Spaß!

Exklusivität

Gekaufte Schriften sind klarerweise in der Regel weniger verbreitet. Gut für dich und deine Marke – denn genau so schaffst du hohe Widererkennung.

Abgesicherte Lizenzrechte

Beim Kauf entscheidest du, welche Lizenz du benötigst: Desktoplizenz für Printprodukte, digitale Lizenz für die Nutzung auf der Website, erweiterte Lizenz für die Nutzung in einer App, oder alles zusammen? Hier kannst du sicher sein, was du bekommst, und bist auch rechtlich auf der sicheren Seite.
Unser Tipp:
Halte deine Schriftlizenz immer bereit. Denn ja – die kann tatsächlich überprüft werden! Wir wurden deshalb schon mehrmals von diversen Type Foundries kontaktiert, deren Schriften auf den Websites unserer Kund:innen in Verwendung sind.

Arbeit hat einen Wert

Unsere persönliche Einstellung zu dem Thema: Ein talentierter Mensch hat viel Zeit und Fleiß investiert, um eine neue Schrift zu kreieren. Wow, wenn das nicht beeindruckend ist! Ein Akt, der entsprechend gewürdigt und auch finanziell honoriert werden sollte.

Nachteile von kostenpflichtigen Schriften: der bittere Beigeschmack

Lizenzkosten

Die Krux steckt schon im Namen: Kostenpflichtige Schrift. Klar, Qualität hat  ihren Preis. Die gute Nachricht: Fast immer ist der erschwinglich.

Printlizenzen liegen im Schnitt bei einmalig rund € 30,- exkl. pro Schriftschnitt (also zum Beispiel jeweils für fett oder kursiv). Manchmal sind sie sogar weit günstiger, teils aber auch höherpreisiger. Die Kosten hängen immer von der jeweiligen Schrift und der gewünschten Verwendung, beispielsweise der Anzahl der User:innen, ab.

Weblizenzen

In letzter Zeit fällt uns vermehrt auf, dass Weblizenzen auf ein jährlich zu bezahlendes Abomodell umgestellt werden. Bis vor zwei, drei Jahren wurden Weblizenzen ebenso wie Desktoplizenzen nur einmalig verrechnet.

Neben den Kosten für Template, Hosting, Plugins und Wartungspauschalen können die Schriftlizenzen die laufenden Websitekosten erheblich in die Höhe treiben. Kein Wunder also, dass im Web fast ausschließlich auf kostenlose Google-Fonts zurückgegriffen wird.

Unser Tipp:

Noch wurde das Lizenzmodell nicht überall umgestellt. Anstatt über große Marktplätze wie MyFonts einzukaufen, wirf mal einen Blick auf die Website der Foundry. Dort kannst du die Schriften mit ein bisschen Glück noch mit einer Einmalzahlung erwerben.

Unsere besten Quellen für Schriften-Downloads

MyFonts

Mit einer riesigen Auswahl an Fonts von Tausenden von Designer:innen und Foundries ist MyFonts einer der größten Marktplätze für kostenpflichtige Schriften und hat garantiert etwas passendes für jedes Projekt.
Unser Tipp:

Du hast schon in freier Wildbahn eine tolle Schrift gesehen, weißt aber nicht wie sie heißt oder sucht etwas ähnliches? Das Gratis-Feature What the Font liefert dir passende Vorschläge.

Google Fonts

Google Fonts sind vor allem aus dem Web nicht mehr wegzudenken. Schnelle Ladezeiten, große Auswahl, gute Qualität und Komptabilität für zahlreiche Sprachen – und das alles gratis für private und kommerzielle Verwendung. Ein Traum wird wahr! Aber auch ein Albtraum: Sie sind omnipräsent, damit lockst du niemanden hinter dem Ofen hervor.
Unser Tipp:
Achte darauf, Google Fonts immer datenschutzkonform, sprich lokal, einzubinden. Eine Anleitung dazu haben wir hier für dich.

Adobe Fonts

Wir Designprofis kennen und lieben Adobe Fonts. Die gratis Schriftenbibliothek kommt mit dem kostenpflichtigen Abo der Creative Cloud im Bundle. Die zahlreichen hoch qualitativen Schriften können in Zuge dessen ohne weitere Kosten verwendet werden und eignen sich vor allem für Printprojekte.

Und da sind wir leider schon beim Haken: Theoretisch könnten die Schriften auch in Websites eingesetzt werden. In der Praxis haben wir allerdings festgestellt, dass die Implementierung über Adobe nicht mit der DSGVO vereinbar ist, da Cookies gesetzt und Daten an Adobe geschickt werden. Der Datentransfer in die USA ist jedoch rechtlich nicht (mehr) gestattet. Stichwort privacy shield.

Des Weiteren dürfen die Schriften nur von der jeweiligen Lizenznehmer:in verwendet werden. Beispiel: Wir als Agentur dürfen die Schrift nicht über unser Abo auf Seiten unserer Kund:innen einbinden. Es wird also wieder eine (meist jährliche) Lizenz fällig.

Envato Elements

Dank einer Werbeaktion haben wir zugeschlagen und um kleines Geld ein Abo erstanden – ohne große Erwartungen, eben just for fun. Und siehe da: Neben vielen Stockbildern, Audiofiles und Templates tischt Envato auch einiges an Schriften auf.

Das Beste kommt aber noch: Mit dem Pauschalbetrag des Abos erwirbst du uneingeschränkte private und kommerzielle Nutzungsrechte für alle angebotenen Schriften. Neben der Desktoplizenz ist oft auch eine Weblizenz inkludiert. Ja gut, wir würden hier nicht unbedingt nach einer Leseschrift für ein Lexikon suchen. Da bleiben wir lieber bei bewährten Klassikern. Aber wir haben schon grandiose Eye-Catcher-Schriften für Logos und Headlines entdeckt. Ein Blick lohnt sich – unsere absolute Empfehlung!

Der Haken an der Geschichte: Die Lizenz ist an ein aktives Abo gekoppelt und die Schriften dürfen nur von der lizenznehmenden Person genutzt werden.

DaFont, 1001fonts & Co

… sind nur einige der riesigen Plattformen mit tausenden Schriften im Angebot. Hier gibts neben viel Ramsch auch immer wieder mal Glücksfunde. Ein wahres Paradies für Stöber:innen. Wenn auch nicht immer alles von hoher Qualität ist – günstiger wird’s nicht, denn alle Schriften bekommst du kostenlos.

Immer wieder gibt es hier auch Demos von Schriften namhafter Type Foundries, die es dir erlauben deine neuen Lieblinge vor dem Kauf schon mal zu testen.

Unser Tipp:

Achte beim Download auf das Kleingedruckte und auf einen vollen Zeichensatz.

Unser Fazit

Wie so oft ist die Welt, auch was Schriften betrifft, nicht einfach schwarz-weiß. Kostenlose Schriften sind eine tolle Option für kleine Budgets oder private Projekte. Die gratis Fonts von Google eignen sich hervorragend für jegliche Webprojekte und beherrschen nicht umsonst das digitale Universum. Kostenpflichtige Schriften dagegen sind das Salz in der Suppe. Für professionelle und einzigartige Designs führt kein Weg daran vorbei.

Am Ende entscheiden dein Projekt, dein Budget und deine individuellen Anforderungen, was die richtige Wahl für dich ist.

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